Manche Armbänder erzählen Geschichten...andere verstecken sie...

 

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...dann beginnt man die Probleme bei sich zu suchen...

Um mich abzulenken und abzuschirmen begann ich mir eigene Probleme zu machen. An erster Stelle war mein Körper. Ich war nie dick oder so, als kleines Kind hatte ich wie jeder Babyspeck, dann war der weg und ich war etwas moppelig. Für mich war das nie ein Problem, aber auf einmal suchte ich alles an mir zusammen, was ich schlecht machen konnte. Sofort wollte ich auf jegliches Essen verzichten... begann aber damit erstmal nur noch Obst und Gemüse zu essen, aber je mehr Tage vergingen und ich merkte, dass es wirklich klappte, desto weniger aß ich. Bis ich mich weigerte etwas zu essen.

Nun hatte ich wirklich mein eigenes Problem und war abgelengt von dem Scheiß um mich herum... lange half es nicht. Jedem fiel auf, wie stark ich abgenommen hatte und auch mehr Wunden kamen auf meine Haut. Ich schaffte es noch eine Weile so zu tun, als wäre alles super, bis meine Eltern mir androhten mich wegen meiner Essstörung in eine Klinik zu stecken. Das war meine größte Angst. ich wollte nicht aus meinem Leben ins Abseits gerissen werden. Auf keinen Fall wollte ich, dass meine Eltern mich in eine Klinik steckten. 

Also aß ich wieder. Anfangs zwanghaft. 

Ich hatte in meiner Diätphase ungefähr 10 Kilo in 5 Wochen verloren. So hatte ich es mir jedenfalls aufgeschrieben. Ich erinnere mich noch, wie ich täglich mindestens 3mal auf der Waage stand. Gehofft habe. Mir die Augen zu gehalten habe, bis die Zahl erschien. Ich erinnere mich an meine Freude über Gewichtsverlust und wie ich immer wieder meinen BMI ausgerechnet habe.  

Und auf einmal war mein BMI plötzlich ca 17. Ich war mächtig stolz aber meinen Eltern gefiel es gar nicht. Immer wieder sagten sie mir, wie eingefallen meine Wangen doch wären, wie stark meine Augen herausstechen würden und wie gar nicht schön das wäre.

Auch Ihm fiel es plötzlich auf. Ich zeigte ihm stolz meinen Bauch und sagte: "schau mal wie sehr ich abgenommen habe!" Er war sichtlich erstaunt, dachte ich jedenfalls, aber seine Augen spiegelten deutlich Furcht. Er lobte mich, meinte aber, es sei jetzt genug. 

Aber ich wollte nicht einsehen, dass andere es besser wissen wollten, wenn es genug war...

14.2.16 13:16
 
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